Zuerst die Größe. Die fliegenden Insekten, die im Haus landen, lassen sich sauber in drei Größen einteilen: winzig (unter 5 mm), mittel (etwa so groß wie eine Stubenfliege) und groß, und innerhalb jeder Größe verrät dir das Zimmer den Rest. Die zwei, die für deine Gesundheit oder deine Vorräte eine Rolle spielen, kommen am Ende.
Winzig: unter 5 mm
Fruchtfliegen. Hellbrauner Körper, rote Augen, langsamer, schwebender Flug über allem, was gärt. Sie kommen mit dem Obst ins Haus und vermehren sich darin, im Mülleimer und im Belag am Boden einer leeren Weinflasche. Karte #132. Abhilfe: weg mit dem, was gärt; ein Schälchen Essig mit einem Tropfen Spülmittel fängt die Nachzügler.
Trauermücken. Schwarz, zart, wie kleine Stechmücken gebaut, schwache Flieger, die auf der Erde von Zimmerpflanzen herumlaufen und gegen deinen Bildschirm stoßen. Die Larven leben in nasser Blumenerde. Abhilfe: die obere Erdschicht zwischen dem Gießen abtrocknen lassen; Gelbtafeln zeigen dir, wie groß das Problem ist.
Schmetterlingsmücken. Pelzig, grau, halten die Flügel wie eine winzige Motte und sitzen still auf den Badezimmerfliesen. Sie vermehren sich im Schleim in Abflüssen und Überlaufrohren. Abhilfe: eine harte Bürste in den Abfluss und heißes Wasser hinterher. Hineingekipptes Bleichmittel bringt wenig, weil die Larven im Belag leben, nicht im Wasser.
Weiße Fliegen. Reinweiß, mottenähnlich, steigen als Wolke auf, wenn du eine Zimmerpflanze berührst. Ein Pflanzenschädling, nie ein Problem für Menschen. Abhilfe: die Blätter abspülen oder akzeptieren, dass die Pflanze ihr Zuhause ist.
Fliegende Ameisen und schwärmende Termiten. Plötzlich eine ganze Schar geflügelter Insekten an einem einzigen warmen Tag, meist im Frühling oder Spätsommer. Ameisen haben eine eingeschnürte Taille und zwei unterschiedlich große Flügelpaare; Termiten haben einen geraden Körper und vier gleich große Flügel. Fliegende Ameisen sind die Gründerinnen einer Gartenkolonie und harmlos. Schwärmende Termiten im Haus bedeuten eine Kolonie im Gebäude: Sieh dir Karte #145 an und lass das prüfen.
Mittel: etwa so groß wie eine Stubenfliege
Stubenfliege. Grau, vier dunkle Streifen auf dem Rücken, kommt durch die Tür und steuert aufs Essen zu. Karte #124. Ein paar im Sommer sind normal. Viele, Tag für Tag, bedeuten: Ganz in der Nähe gibt es einen Brutplatz, etwa eine nicht geleerte Mülltonne, Haustierkot oder Kompost zu nah am Fenster.
Schmeißfliegen und Goldfliegen. Metallisch blau oder grün, laut, stoßen gegen die Scheibe. Karte #127. Sie legen ihre Eier an Fleisch und an tote Tiere. Eine einzelne im Winter, drinnen, bedeutet oft, dass eine Maus oder ein Vogel in einer Wand oder auf dem Dachboden gestorben ist; die Fliegen finden das tote Tier früher als du.
Polsterfliegen. Etwas größer als eine Stubenfliege, matt, träge, tauchen an sonnigen Wintertagen in Mengen an den Fenstern im Obergeschoss auf. Sie überwintern auf Dachböden und vermehren sich nicht im Haus. Mehr als einen Staubsauger braucht es nicht.
Stechmücken. Klein, dünn, nachts ein Sirren am Ohr, landen auf der Haut. Die Gemeine Stechmücke brütet in jedem stehenden Wasser: einer verstopften Dachrinne, einem Untersetzer unter dem Blumentopf, einem Planschbecken. Kipp das Wasser aus, und innerhalb von zwei Wochen werden es weniger.
Wespen und Bienen. Eine Gemeine Wespe im August drinnen ist eine Arbeiterin auf Zuckersuche; eine Biene hat sich meist verirrt. Mach das Fenster auf und das Licht hinter ihr aus. Kommen immer wieder Wespen von derselben Stelle oder herrscht an einem Lüftungsschlitz ein stetiges Kommen und Gehen, dann gibt es ein Nest.
Groß: fällt dir schon von der anderen Zimmerseite auf
Wiesenschnake. Lange, staksige Beine, langsamer, wippender Flug, stößt immer wieder an den Lampenschirm. Wird oft Riesenmücke genannt, ist aber keine: Sie kann nicht stechen, und sie verliert ein Bein, wenn du sie packst. Karte #129. Glas drüber und raus damit.
Motten von draußen. Groß, staubig, in einer warmen Nacht durchs offene Fenster vom Licht angelockt. Sie fressen keine Kleidung; die Motten, die Kleidung fressen, sind klein und meiden das Licht. Sieh dir das Nachtschicht-Set im Feldführer an, wenn du einen Namen willst, und lass sie morgens wieder raus.
Herbstbesucher. Marienkäfer, Stinkwanzen und Boxelder Bugs (Boisea trivittata) fliegen im Oktober an sonnige Hauswände und schlüpfen ins Haus, um den Winter zu verbringen. Der Asiatische Marienkäfer und die Marmorierte Baumwanze sind die üblichen Verdächtigen. Drinnen fressen sie nichts, und im Frühling ziehen sie wieder aus. Zusammenfegen, ins Glas, nach draußen.
Florfliegen. Blassgrün, zart, goldene Augen, im Sommer am Fenster. Sie gehören zu den besten Blattlausfressern im Garten und sind völlig harmlos. Karte #135.
Die Mottenfrage
Zwei Sorten Motten im Haus solltest du von den Besuchern unterscheiden können:
- Kleidermotten sind klein (unter 1 cm), schlicht goldbraun und huschen vor dem Licht davon, statt darauf zuzufliegen. Du findest sie in Kleiderschränken und unter Möbeln. Die Larven fressen Wolle, Seide und Federn.
- Lebensmittelmotten sind klein, graubraun mit einer kupferfarbenen Binde und fliegen aus dem Müslischrank. Die Larven hinterlassen Gespinste in Mehl, Nüssen und Trockenobst.
Bei beiden setzt du an der Quelle an: dem befallenen Kleidungsstück oder der befallenen Packung. Fallen zeigen dir, ob sie noch da sind.
Notiz von der Rezeption: Die erwachsenen Fliegen zu erschlagen ist das Wirkungsloseste, was du tun kannst. Jeder dieser Krabbler hat irgendwo eine Kinderstube, und genau die suchst du.
Auf diese zwei kommt es an
- Stechmücken, weil sie stechen und an manchen Orten Krankheiten übertragen. Alles dreht sich um stehendes Wasser.
- Schwärmende Termiten, weil sie als einzige fliegende Insekten auf dieser Liste etwas über das Gebäude verraten.
Alles andere ist auf der Durchreise, lästig oder ein Pflanzenproblem. Wenn du einen Namen für das Exemplar willst, das gerade an deiner Decke sitzt, reicht ein Foto in „Was krabbelt da?“, und im Feldführer stehen zu jeder Art Saison und Sicherheitshinweise.
Fragen
Was sind das für winzige fliegende Insekten in meiner Wohnung?
Fast immer eine von drei Gruppen: Fruchtfliegen (hellbraun, rote Augen, über Obst und Mülleimer), Trauermücken (schwarz, zart, rund um Zimmerpflanzen) oder Schmetterlingsmücken (pelzig, mottenartig, auf Badezimmerfliesen). Jede hat einen anderen Brutplatz, und wer den Brutplatz beseitigt, wird auch die Fliegen los.
Wie werde ich kleine Fliegen in der Küche los?
Finde heraus, worin sie sich vermehren. Fruchtfliegen: überreifes Obst, der Wertstoffmüll, der Mülleimer. Trauermücken: nasse Blumenerde, also lass die Pflanzen zwischen dem Gießen abtrocknen. Schmetterlingsmücken: der Biofilm im Abfluss, und dagegen hilft eine Bürste, kein Bleichmittel. Fallen fangen die erwachsenen Tiere, halten aber die nächste Generation nicht auf.
Ist das eine Stechmücke oder eine Schnake?
Eine Schnake ist viel größer, hat Beine, die abfallen, wenn du sie berührst, und null Interesse an dir. Stechmücken sind klein, sirren und landen auf der Haut. Schnaken stechen nicht.
Warum habe ich Motten in der Wohnung?
Motten von draußen kommen durch offene Fenster zum Licht und verschwinden von selbst wieder. Kleine goldbraune Motten, die im Kleiderschrank davonhuschen, sind Kleidermotten; kleine graubraune in der Küche sind Lebensmittelmotten. Die Larven dieser beiden richten den Schaden an, also such nach der Packung oder dem Kleidungsstück, von dem alles ausgeht.
