Bettwanzen sind das eine Insekt im Haushalt, bei dem Abwarten teuer wird: Aus ein paar werden in wenigen Monaten Hunderte, und jede Woche Aufschub macht die Bekämpfung schwerer. Die gute Nachricht: Sie hinterlassen Spuren, die jeder mit einer Taschenlampe in fünf Minuten finden kann, lange bevor es zu viele werden. Um diese Spuren geht es in diesem Ratgeber. Nicht um Stiche. Die Haut kann dir nicht sagen, was sie gestochen hat; das Bett schon.
Die fünf Anzeichen, in der Reihenfolge, in der du sie meist findest
- Dunkle Flecken. Verdautes Blut: stecknadelkopfgroß, schwarz oder dunkelbraun, oft in Gruppen entlang der Matratzennähte, am Boxspring-Unterbau und in den Ecken des Bettgestells. Wischst du mit einem feuchten Taschentuch darüber, verschmiert der Fleck wie Tinte. Das ist das häufigste erste Anzeichen.
- Häutungsreste. Bettwanzen häuten sich während ihres Wachstums fünfmal und lassen dabei helle, durchscheinende Hüllen in Wanzenform in ihren Verstecken zurück. Sie sehen aus wie das Insekt selbst, nur leer.
- Eier. Etwa 1 mm groß, weiß, oval, in Ritzen und Nähte geklebt, oft in kleinen Grüppchen. Schwer zu erkennen, wenn du nicht mit der Taschenlampe flach darüberleuchtest.
- Rostfarbene Schmierspuren auf Laken oder Kopfkissenbezügen: eine vollgesogene Wanze, die in der Nacht zerdrückt wurde.
- Die Insekten selbst. Ausgewachsene Bettwanzen sind flach, oval, rotbraun, 4 bis 5 mm lang, ungefähr so groß und so gefärbt wie ein Apfelkern, und sie haben keine Flügel. Die Jungtiere sind kleiner und heller, fast durchsichtig, bis sie gesaugt haben. Tagsüber verstecken sie sich, nachts kommen sie heraus. Wer bei Tageslicht eine finden will, muss also in den Verstecken suchen, nicht auf dem Laken.
Oft ist von einem süßlich-muffigen Geruch die Rede; der tritt aber erst bei starkem Befall auf, also warte nicht darauf.
Wo du suchst, und womit
Du brauchst eine helle Taschenlampe (das Handy reicht), eine alte Kreditkarte, um damit an Nähten und Ritzen entlangzufahren, und etwa fünf Minuten. Bettwanzen bleiben nah am Schlafplatz, meist im Umkreis von ein, zwei Metern.
- Matratze: jede Naht, die Keder, das Etikett, die Griffe und jeder Riss. Heb sie an und prüf die Kanten der Unterseite.
- Boxspring- oder Polsterunterbau: dreh ihn um, wenn es geht; die Unterseite und die Ecken sind das beliebteste Versteck überhaupt.
- Bettgestell: Fugen, Schraublöcher, Lattenrost und das Innere hohler Rohre.
- Kopfteil: die Rückseite und die Kanten, dazu die Wand dahinter, vor allem wenn es an der Wand montiert ist.
- In Reichweite des Betts: Nachttische (Schubladenfugen, Unterseite), das Sofa, falls dort jemand Mittagsschlaf hält, Vorhangsäume, die Teppichränder.
- Die Wand: hinter Bildern, Spiegeln, Lichtschalterabdeckungen und losen Tapeten und entlang der Fußleiste.
Fahr mit der Kante der Karte an jeder Naht und Ritze entlang und schau, was herauskommt. Such zuerst nach den dunklen Flecken; die bewegen sich nicht und sind deshalb am leichtesten zu finden.
Der Hotel-Check
Bettwanzen reisen im Gepäck mit, und ein Befall zu Hause beginnt meist mit einer Reise. Zwei Minuten bei der Ankunft:
- Stell deine Tasche ins Bad oder auf die Gepäckablage, nicht aufs Bett oder auf den Teppich.
- Schlag die Bettdecke am Kopfende zurück und leuchte die Matratzennähte und das Etikett ab.
- Sieh dir die Kante des Kopfteils und den Nachttisch an.
- Findest du dunkle Flecken, Häutungsreste oder ein Insekt, bitte um ein anderes Zimmer auf einer anderen Etage. Die Wanzen wandern durch die Wände in die Nachbarzimmer.
Wenn du von irgendeiner Reise heimkommst, pack direkt in die Waschmaschine aus und lass den Trockner 30 Minuten auf höchster Stufe laufen; Hitze tötet jedes Entwicklungsstadium.
Was du tust, wenn du sie findest
- Bleib im Zimmer. Wer aufs Sofa oder ins Gästebett umzieht, nimmt die Wanzen mit und verdoppelt die Fläche, die behandelt werden muss.
- Pack Textilien in Beutel, direkt am Bett, nicht quer durchs Haus, wasch sie heiß und trockne sie danach 30 Minuten auf höchster Stufe im Trockner. Was sich nicht waschen lässt, kommt allein in den Trockner oder im Sommer einen Tag lang in einem verschlossenen Beutel ins heiße Auto.
- Saug Nähte, Ritzen und das Bettgestell ab und leere den Staubsauger danach draußen in einen Beutel.
- Umhülle Matratze und Boxspring-Unterbau mit Bettwanzen-Schutzbezügen. Die schließen ein, was drinnen ist, und machen die nächste Kontrolle einfach.
- Ruf einen Profi. Wärmebehandlung des ganzen Zimmers oder eine Fachkraft mit Zulassung und den richtigen Mitteln. Frei verkäufliche Sprays und Vernebler treiben die Wanzen meist nur tiefer in die Wände und ins nächste Zimmer.
- Wirf die Matratze nicht weg, außer sie fällt auseinander; sonst trägst du Wanzen durchs ganze Haus und kaufst eine neue Matratze für ein unbehandeltes Zimmer.
Was keine Bettwanze ist
Drei Insekten werden häufiger als alle anderen für Bettwanzen gehalten:
- Teppichkäferlarven: pelzig, gestreift, langsam, unter Möbeln und in Kleiderschränken. Sie fressen Wolle, keine Menschen.
- Staubläuse: hell, weich, 1 mm, an Wänden und auf Papier in feuchten Räumen. Mehr dazu im Ratgeber zu weißen Krabblern.
- Fledermauswanzen und Vogelwanzen: fast identische Verwandte, die auf dem Dachboden an Fledermäusen und brütenden Vögeln leben und in die Zimmer wandern, wenn ihre Wirte ausziehen. Die Lösung liegt auf dem Dachboden, nicht im Bett.
Auch ein Diebkäfer (rund, langbeinig, in Vorräten) oder die Nymphe einer kleinen Schabe wird als Bettwanze gemeldet; beide sind runder und schneller.
Notiz von der Rezeption: Wir sagen dir nicht, was dich gestochen hat, und das sollte auch keine App tun. Wenn das Bett nach gründlicher Kontrolle sauber ist und die Male trotzdem weiter auftauchen, ist die Arztpraxis die richtige Adresse, nicht das Insektizid.
Etwas gefunden und unsicher? Lad ein scharfes Foto vom Insekt selbst, nicht vom Mal auf deinem Arm, bei Was krabbelt da? hoch, und du erfährst, was es ist.
Fragen
Was sind die ersten Anzeichen von Bettwanzen?
Kleine dunkle Flecken (verdautes Blut) entlang der Matratzennähte und am Bettgestell, winzige helle Häutungsreste, weiße, 1 mm große Eier, die in Ritzen kleben, kleine rostfarbene Schmierspuren auf der Bettwäsche und die Insekten selbst: flach, oval, rotbraun, etwa so groß wie ein Apfelkern. Schon eines dieser Zeichen ist Grund genug zu handeln.
Wo verstecken sich Bettwanzen?
Im Umkreis von ein, zwei Metern um den Schlafplatz: in Matratzennähten und am Etikett, an der Unterseite des Boxspring-Unterbaus, in Fugen und Schraublöchern des Bettgestells, am Kopfteil und an der Wand dahinter, an den Möbeln neben dem Bett und hinter Bildern, Lichtschalterabdeckungen und losen Tapeten. Ritzen, so schmal wie eine Kreditkarte, reichen ihnen.
Kann man Bettwanzen an den Stichen erkennen?
Nein. Stiche auf der Haut sehen vielem anderen zum Verwechseln ähnlich, und manche Menschen reagieren überhaupt nicht. Der einzige verlässliche Beweis liegt im Bett: die Insekten, ihre Häutungsreste, Eier oder dunklen Flecken. Prüf das Bett, nicht die Haut.
Wie prüfe ich ein Hotelzimmer auf Bettwanzen?
Bevor du auspackst, stell dein Gepäck ins Bad, schlag die Bettdecke zurück und leuchte mit der Handy-Taschenlampe die Matratzennähte, das Etikett, die Kante des Kopfteils und den Nachttisch ab. Achte auf dunkle Flecken, Häutungsreste und lebende Insekten. Wenn du etwas findest, bitte um ein anderes Zimmer, nicht in der Nähe und nicht nebenan.
Was soll ich tun, wenn ich Bettwanzen finde?
Zieh nicht in ein anderes Zimmer um, damit verbreitest du sie. Pack Bettwäsche und Kleidung in Beutel, wasch sie heiß und trockne sie danach 30 Minuten auf höchster Stufe im Trockner. Saug Nähte und Ritzen ab und leere den Staubsauger draußen. Dann ruf einen Profi: Wärmebehandlung oder zugelassenes Insektizid. Sprays und Vernebler aus dem Laden verteilen sie meist nur in die Wände.
